Kennst Du Deine Schokoladenseiten?

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Das mit den Schokoladenseiten ist ja so eine Sache. Hab ich überhaupt welche und wenn ja, wie setze ich sie denn in Szene? Was bedeutet das und wieso soll ich nicht lieber eher nicht so geliebte Bereiche kaschieren? Ein paar Tipps zum Umgang mit unserer schönsten Seite.

Kennt Ihr eine Frau, die so richtig rundum zufrieden ist mit ihrem Äußeren? Ich leider (bis auf wenige Ausnahmen) nicht. Wie verrückt ist das denn Bitteschön? Da bewundern wir an der einen Freundin die schlanke Taille und sie findet im Vergleich dazu aber ihre Hüften zu rund. Oder wir träumen von langen schlanken Beinen und hören nur: Ich sehe aus wie eine Storch im Salat. Die Liste wäre eine Endlosliste, Ihr glaubt nicht, was ich schon alles gehört habe: vom Ohrläppchen über die Haare bis zum Fußknöchel oder den krummen Zehen. Irgendetwas gibt es immer zu meckern.

Und jetzt mal ehrlich: Wenn wir alle gleich aussehen würden, wie aus der einen perfekten Gussform geformt – wie gruselig wäre das denn – stellt Euch das mal vor. Und nicht nur das, wer entscheidet denn überhaupt darüber was schön ist und was nicht? Schönheit liegt a) sowieso immer im Auge des Betrachters und b) kommt die wahre Schönheit eh von innen und nennt sich Ausstrahlung. Und die ist unvergänglich, die vermeintlich perfekte (äußere) Schönheit gibt es also gar nicht und außerdem hat sie wenn, dann nur eine sehr begrenzte Halbwertzeit.

Und nun zurück vor unseren Spiegel. Was wir tun ist bei genauer Betrachtung total verrückt: Wir reduzieren uns im Spiegel auf unser vermeintliches „Problem“ und blenden alle anderen Dinge erst einmal aus. Denkt mal nur an Fotos – die meisten von uns schauen immer zuerst auf die eher ungeliebten Stellen. Fällt die Stelle besonders auf? Sieht man sie sofort oder ist sie kaschiert?

Wir sind quasi „betriebsblind“ und was wir in der Regel komplett ausblenden ist unsere Ausstrahlung. Wir schauen uns fast wie durch ein Brennglas an und setzen unseren Fokus dahin wo wir ein „Problemchen“ sehen.

An dieser Stelle können wir uns von der männlichen Sichtweise mal eine Scheibe abschneiden. Der Kunde „Typ Mann“ steht vorm Spiegel und weiß durchaus sehr genau, was vielleicht einer etwas liebevolleren Betrachtung bedarf, aber er reduziert sich nicht darauf. Er weiß das, findet eine Lösung (setze den Fokus auf Deine Schokoladenseite) und ist zufrieden. Denn ansonsten ist er doch ein ansehnlicher Kerl, findet er.

Und was machen wir? Wir setzen den Fokus darauf, etwas zu kaschieren. Schon die Wortwahl mag ich gar nicht so gern, denn es setzt die negativen Gedanken frei und der Fokus liegt wieder auf den zu kaschierenden Stellen. Fragen wir uns doch lieber: Was gibt es denn zu betonen? Wo liegen meine Schokoladenseiten? Was mag ich an mir besonders?

In den Seminaren und in der Einzelberatung ist es so, dass erschreckend viele Frauen zwar sehr genau wissen was sie nicht so mögen, aber ganz schön lange überlegen müssen, was sie denn schön an sich finden. Dann rate ich zu überlegen, wofür sie denn Komplimente bekommen.

Also, gehört Ihr auch zu den Frauen mit dem Brennglas in der Hand, geht die Liste der Komplimente mal durch oder fragt eine Freundin/den Mann/den Partner/die Tochter, was sie an Euch besonders „schön“ finden. Und macht selbst auch der Freundin/Schwester/Mutter/Tochter mal ein Kompliment für eine ihrer Schokoladenseiten. Das machen wir nämlich viel zu selten!

Und wie betone ich die Schokoladenseiten?

Nachdem Ihr Eure nun gefunden habt, geht es jetzt darum sie auf die Bühne zu bringen und schön auszuleuchten, sodass das geneigte Publikum in Applaus ausbricht. An aller erster Stelle vor dem Publikum, sollte natürlich der Regisseur, also Ihr selbst, das Vertrauen fassen und sich im Lichte der eigenen „Schönheit“ sonnen.

Ist das geklärt, kann es losgehen.

Zuerst wäre da das Thema Farben zu nennen.

Die Aufforderung:

Lenke mit dem gezielten Einsatz von Farben den Blick auf Deine Schokoladenseiten.

Das Stilprinzip dahinter:

Hell und glänzend tritt hervor, dunkel und matt tritt zurück!

Also achte auf die Farbverteilung an Deinem Körper und überlege Dir, wo Du eine eher helle, kräftige oder glänzende Farbe hinsetzen möchtest.

Angenommen, Du hast eine typische A-Figur: schmale (manchmal etwas abfallende) Schultern mit einem wunderbar runden Popo und kräftigeren Oberschenkeln. Dann lenke doch einfach den Blick nach oben auf den Oberkörper. Setze eine hellere Farbe, oder ein auffälliges Muster nach oben und verteile die dunkleren, matten Töne weiter nach unten.

Um es ganz einfach zu machen – eine weiße Hose und ein dunkelblaues Shirt würden die A-Linie noch betonen, während die dunkelblaue Hose mit einem weißen Shirt das Gegenteil bewirkt.

Das Auge des Betrachters wird nach oben gezogen, weg von Oberschenkeln und Popo. Die kaschieren (jetzt benutze ich es doch nochmal) sich damit von ganz allein.

Dieses Prinzip ist auf alle Proportionen anzuwenden. Überlegt Euch, wo Ihr den Blick hinziehen möchtet.

Noch ein Beispiel: denkt wieder an die A-Linie. Schmale schwarze Hose, kürzere schwarze und enge Lederjacke und (um den Popo zu bedecken) längeres helles Shirt (wird ja sonst alles zu duster). Hier passieren gleich mehrere Dinge.

  • Die sehr schmale Hose lässt Oberschenkel und Popo von unten etwas kräftiger wirken.
  • Die enge Lederjacke macht das von oben ebenfalls.
  • Das helle Shirt über dem Popo wirkt wie ein Pfeil und lenkt den Blick genau dorthin.
  • Durch die Begrenzung der Hose von unten und der Jacke von oben entsteht eine breite horizontale Linie (zieht optisch in die Breite).

Mit einem Schlag einige Kilos leichter wirken, würde der Look mit einem kürzeren hellen Shirt und einer etwas längeren, offenen Jacke.

Noch ein Hinweis – mit einem dunklen Ton ist nicht immer Schwarz oder Dunkelblau oder Dunkelgrau gemeint, sondern die dunkelste Farbe des Outfits. Im Zusammenspiel mit Weiß würde also auch ein helleres Grau die Aufgabe des Zurücknehmens übernehmen.

Das Gleiche, was Ihr mit Farben macht, könnt Ihr natürlich auch mit ein bisschen Rambazamba an Accessoires oder Verzierungen etc. machen.

Ein paar Beispiele:

  • Auffällige Ketten oder Ohrringe ziehen den Blick ins Gesicht.
  • Ein besonderer Kragen oder ein schönes Tuch ebenfalls.
  • Ein herzliches Lachen und ein roter Lippenstift übrigens auch.
  • Ein schönes Dekolletee liebt einen Ausschnitt, Rüschen am Bikinioberteil, Biesen oder eingenähten Falten an entsprechenden Stellen.
  • Schöne Schultern glänzen in schulterfreien Oberteilvarianten, weiteren U-Bootausschnitten, oder schmalen Trägern.
  • Schmale Handgelenke und schöne Hände betont Ihr mit Armbändern, -reifen und auffälligen Ringen.
  • Eine schmale Taille liebt Gürtel. Steckt einfach mal eine auffällige Brosche an den Bund oder zieht ein schönes Seidentuch durch die Schlaufen Eurer Jeans.
  • Schmale Fußknöchel betont Ihr mit Mustern an Hosen, leicht verkürzen Hosen und mit auffälligen Schuhen.

Das sind wirklich nur ein paar Beispiele, die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Das Prinzip ist aber immer das Gleiche:

Lasst die Musik da spielen, wo Ihr den Blick des Betrachters haben möchtet. Meidet die Musik da, wo Ihr sie nicht haben möchtet.

Zum Abschluss noch kurz zu den Highlights: Setzt nicht zu viele Highlights auf einmal. Überlegt Euch, welches Körperteil oder welches Kleidungsstück die Bühne bekommen soll. Zu viele Highlights verwirren und lenken den Blick nicht mehr in eine Richtung.

Ausnahme: Seid Ihr ein sehr extravaganter Typ, könnt Ihr sehr viel tiefer in die Rambazambakiste greifen! Das sind kleine Beispiele dafür, wie man mit ein bisschen Rambazamba den Blick des Betrachters lenken kann.

Und nun: bleibt entspannt mit Euch und freut Euch an den schönen Seiten, denn Freude macht schön von innen heraus und lässt Euch leuchten. Und wenn Ihr mal einen Tag habt, an dem das nicht so klappt, greift zum roten Lippenstift, zum roten Nagellack und am besten noch zur roten Tasche. Rot gibt Energie und die wirkt auch nach innen :-).

Nächste Woche wird es spannend, denn da kommt meine Kleine unter die Haube und mein „Brautmutteroutfit“ kommt endlich zum Einsatz.  Kinder, Enkel- und Schwiegerkinder fliegen ein und danach beginnt tatsächlich mein Urlaub. Einen Post vor meiner Sommerpause wird es nächste Woche aber noch geben.

Jetzt wünsche ich Euch einen schönen und entspannten Sonntag

Bleib gespannt und fühl Dich bis dahin gedrückt.

Herzliches

Kommentare

13 Antworten

  1. Liebe Susanne,

    ein toller und wie immer sehr informativer Post. So eine längere ärmellose Weste suche ich auch noch. Leider finge ich keine vernünftigen. Hast Du da Tips?

    Viel Freude nächste Woche..

    LG
    Karen

  2. Liebe Susanne,
    Deine Infos sind mal wieder klasse, vielen Dank auch von mir ☺️
    Kannst du mir sagen, woher die Hose und das Oberteil auf dem ersten Bild (in pink/rot/aprikot) sind?
    Ganz liebe Grüße und viel Freude auf der Hochzeit
    Annette

    1. Liebe Annette,
      lieben Dank Dir!Das freut mich. Das Oberteil ist ein Cashmerepulli von Amorph the Brand Wenn Du ihn auf der Website nicht findest, schreib Sie an (Iris). Manchmal hat sie noch etwas am Lager.
      Die Hose habe ich aus dem Rostfleckhaus Die Marke heißt „Fiveunits“
      Viel Erfolg und liebe Grüße
      Susanne

      1. Liebe Susanne,
        Vielen lieben Dank, ich habe beides gefunden und bin total happy….
        Viel Spaß in der Sommerpause, genieße die Zeit, ich vermisse deine Beiträge und Posts jetzt schon….. aber du kommst ja wieder :-)….
        Herzliche Grüße Annette

  3. Liebe Susanne,so ein toller artikel. Lese es immer so gern und es stimmt mich immer friedlich mit meinem Äußeren. Das ist so toll. DANKE

  4. Ihren Blog habe ich neu entdeckt und finde Ihre Stylingtips sehr schön!
    In Ihrem Brautmutteroutfit werden Sie bestimmt alle beeindrucken, wirklich ganz toll.
    Ich wünsche Ihnen, Ihrer Familie und vor allem natürlich dem Hochzeitspaar einen wundervollen Tag!

    1. Liebe Regina,
      ich danke Ihnen ganz herzlich! Ich freu mich sehr über das Kompliment und über die Glückwünsche, die ich gerne weiter gebe.
      Herzliche Grüße
      Susanne

  5. Und was wenn man keine Schokoladenseite hat?
    Naja, eine werde ich schon finden. Denke, Du hast Recht mit Deinen Tipps. Und vor allem mit der generellen Betrachtung. Wir sind viel zu streng mit uns. Ich erwische mich selbst auch immer dabei. Ich vergleiche mich mit vor 10 Jahren und bin total genervt, dass meine Arme immer labriger werden. So ist es halt mit über 50. Aber es fällt mir schwer das zu akzeptieren, denn meine Arme waren immer meine Schokoladenseite….
    Liebe Grüße aus Düssedorf, Susanne!

    1. Liebe Nicole,
      jaaaa, das mit der Akzeptanz ist nicht einfach – leider. Aber ganz ehrlich – Deine Schokoladenseite ist doch auf jeden Fall Deine wunderbar schlanke Figur liebe Nicole.
      Hab eine feine Woche
      Liebe Grüße
      Susanne

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Ich freue mich, dass Ihr da seid und wünsche Euch viel Spaß beim Anschauen, Nachstylen und inspirieren lassen.

Ich freue mich sehr über Eure Kommentare, Ideen, Fragen und Anregungen.

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