Auf dem Weg in die Marken

In den Marken!

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen 2 Tage Strand anzuschließen und dafür Richtung Adria zu fahren. Pesaro haben wir gelesen, ist nicht so massentouristisch wie die bekannten und überlaufenen Orte Rimini oder Riccione. Auf dem Weg dorthin, an Bologna vorbei, hat uns der Mittagshunger eine wunderbare Osteria ausprobieren lassen. Sie ist in Imola beheimatet, den Namen kennt man vielleicht von der dortigen Rennstrecke, aber sicher nicht als netten Ort. Die Osteria ist auf jeden Fall den Abstecher wert. Die Osteria del vicolo nuovo hat ihre Aussenplätze tatsächlich in einer kleinen vicolo. Die Tische und Stühle stehen quer über die kleine Straße, man sitzt zwischen efeubewachsenen Mauern und unter großen weissen Schirmen. Das Essen auch hier ein absolutes Highlight zu sehr erschwinglichen Preisen. Getrunken haben wir einen sehr sehr guten regionalen Bio Chardonnay und dabei die totale Entschleunigung genossen.

Weiter Richtung Pesaro führt der Weg durch den ein oder anderen Küstenort an der Adria. Für uns waren die Orte eher etwas zum Abgewöhnen und der Argwohn, dass es in Pesaro plötzlich anders aussehen sollte war groß. Und so war es auch, es gibt ganz hübsche Straßen und tolle Häuser in Pesaro, aber die vorderste Strandreihe besteht eben doch aus den typischen großen weissen Hotelkästen. Nachdem wir es in Imola so schön hatten, haben wir beschlossen auf gar keinen Fall den Italieneindruck durch diese Riesenhotels zu trüben und sind weitergefahren. Da es schon gen Abend ging und wir noch ohne Unterkunft da standen, sind wir einfach mal dem 1. Tipp üner Trip advisor gefolgt. Ein wunderschönes Landhotel, die Villa Cattani Stuart. Sie liegt ganz in der Nähe in den Hügeln oberhalb von Pesaro. Auch dieser Tipp muss hier unbedingt Erwähnung finden, wir haben zwei total entspannte Tage dort verbracht. Die Zimmer sind eher eine Mischung aus funktionellem Seminarhotel mit etwas Plüsch, aber der Service, die Gärten, der Pool, der Blick in die Landschaft bis hinunter zu Meer, die alte Villa, die dazu gehört, und das Frühstück sind absolut fantastisch. Und das alles zu einem Zimmerpreis von 100 Euro die Nacht. Wer ein paar Tage Besichtigungspause braucht, ist hier auf jeden Fall richtig gut aufgehoben.

Nachdem wir uns einen ganzen Tag faul auf der Poolliege erholt haben, war die Lust auf Entdeckung wieder frisch und uns hat es weiter gezogen. Tiefer in den Marken, im Landesinneren, sind wir in Fossombrone gelandet. Der Ort ist nicht wirklich gastfreundlich, aber er liegt ganz gut, um in der Umgebung Touren zu machen. Gestrandet sind wir dort eigentlich nur, weil wir Samuele gefunden haben. Samuele Santi war für 2 Tage unser Vermieter im B&B Camere con Vista. Leider gibt es keine eigene homepage, aber über booking.com findet Ihr ihn schnell. Samuele ist Architekt, Künstler und Designer und umwerfend nett. Das Haus hat 2 Zimmer die er vermietet, ein 4- Bett Zimmer zur Straße mit selbst gestalteten Fresken und ein Zimmer zum Fluß mit einem wunderbaren Ausblick auf den Fluß und die Hügel. Er selbst wohnt dort nicht, sondern arbeitet im Erdgeschoß. Die Bäder sind komplett neu, alles ist sehr sauber und gepflegt. Das ist der Blick aus dem Schlafzimmer und aus dem Bad:

Camere con Vista

Bucht unbedingt das 2 Bett Zimmer, das andere Zimmer geht zur Straße und ist sehr laut. Das Haus liegt so nah an der Straße, dass es quasi keinen Gehweg gibt. Nebenan ist eine kleine sehr nette Bar, dort gibt es ein paar Parkplätze für das Auto.

In der Umgebung von Fossombrone lohnt sich eine Rundtour nach Urbino, Urbania, Cagli, Corinaldo und Mondavio. Urbino ist eine mittelalterlich anmutende Studentenstadt. Alles ist sauber und restauriert mit einem sehr schönen Dom. Urbania ist etwas lebhafter und nicht ganz so museumshaft. Cagli ist kein muss, aber der Weg von Cagli nach Corinaldi bietet unheimlich schöne Ausblicke und Mondavio ist wie dem Mittelalter entsprungen. Eine komplett intakte Stadtmauer inklusive der Wehrtürme umgibt diese kleine Stadt.

Einen Tipp für Fossombrone habe ich noch für Euch. Ihr habt ja schon gelesen, dass unsere Reise auch sehr viel mit Essen zu tun hat. Wir haben uns trotzdem darauf beschränkt möglichst nur einmal essen zu gehen, falls das mittags der Fall war, haben wir abends oft ein Picknick gemacht. Käse, Wein, etwas Schinken und Obst gibt es unterwegs in einem der kleinen Lebensmittelläden wunderbar zu kaufen. Hier nochmal der Hinweis auf ein gutes Dictionary, denn gerade in den abgelegenen Städtchen, kommt man sonst nur mit Händen und Füßen weiter. Stellen für ein romantisches Picknick findet man viele, ob auf einer Mauer hoch über der Stadt im untergehenden Sonnenlicht, am Wasser bei Kerzenlicht oder wie z.B. hier, auf einer kleinen Lichtung mit einem Traumblick in die Berge.

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Den Platz findet Ihr, wenn Ihr zur santuario Beato Benedetto, colle dei cappuccini hoch fahrt. Die kleine Kirche tront hoch oberhalb von Fossombrone und man hat einen wahnsinnigen Weitblick. Ist das Wetter klar, kann man sogar das Meer erahnen. Der Picknickplatz ist kurz unterhalb der Kirche. Auf dem Weg dorthin kommt man direkt daran vorbei.

Das war’s für uns aus den Marken. Im nächsten Post geht es ans Meer und zwar an die traumhafte Riviera del Conero.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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