Der erste Babybesuch – Hätt ich Dich heut’ erwartet, hätt ich Kuchen da…

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Der erste Babybesuch – Hätt ich Dich heut’ erwartet, hätt ich Kuchen da…

Heute geht es mal wieder um das kleine Igelchen, bzw. eigentlich eher um die Mama (den Papa natürlich auch). In den Gesprächen mit meiner Tochter ging es, gerade in den ersten Wochen nach der Geburt, häufig um den ersten Babybesuch. Das hat mich dazu gebracht das Thema einmal etwas näher zu beleuchten.

Bei meinen ersten Babybesuchen habe ich mir vorher Gedanken gemacht, wie ich die kleine neue Familie am besten unterstützen kann. Einfach nur hinfahren und “zu Besuch” sein war nicht mein Ansinnen. Mir ging und geht es eher um Unterstützung und Hilfe und dabei möglichst zu vermeiden ein zusätzlicher Belastungsfaktor zu sein.

Was ich mir auf die Fahne geschrieben habe:

  • Gebe keine ungefragten Ratschläge
  • Bleib die Ruhe selbst
  • Nein, Du hast keinen Erziehungsauftrag
  • Du darfst das Igelchen einfach nur genießen und verwöhnen. (Das wird auf jeden Fall kommen liebe Jule, denn dafür sind Omis da :-))

Das sind die Dinge, die ich mir vorgenommen habe und hoffe sie ganz schnell auch zu verinnerlichen.

Eine kleine Geschichte am Rande: Wir sitzen im Garten und grillen. Trotz der einigermaßen lauen Sommernacht wird es relativ kühl. Das Igelchen ist zwar schön warm eingepackt in eine Decke, aber ohne Mütze! Nee, ich habe nichts gesagt – wirklich. Aber die Jule mit nackten Füßen. Was soll ich sagen? Einmal Mama immer Mama, ist mir der Satz: “Zieh Dir mal was an die Füße, frierst Du nicht?”  einfach so rausgerutscht. Erst der kleine Hinweis meiner Tochter auf Ihr Alter hat mich zum Lachen gebracht. Ganz raus aus seiner Haut kommt man wohl doch nicht. Und was habe ich es selbst gehasst, wenn (vornehmlich mein Papa) mich wie ein kleines Mädchen behandelt hat.

So lernt man als Omi in beide Richtungen: Sorry Papa, ich bin nicht anders! Und Jule: Danke für die Geduld, ich arbeite daran :-).

Das aber nur als kleine Randbemerkung, denn eigentlich wollte ich Euch in Absprache mit Jule eine kleine Do’s and Dont’s Liste für den ersten Babybesuch mit auf den Weg geben. Einiges davon ist für Euch sicher selbstverständlich, aber der erste Babybesuch bezieht sich ja nicht nur auf Mütter, sondern auch auf Schwiegermütter und -väter und sonstige Verwandte, Nachbarn oder Freunde.

Do’s And Dont’s beim Babybesuch

Do’s

  • Bringt etwas zu essen mit. Wie wäre es mit einer großen Portion des oder der Lieblingsgerichte von Tochter oder Sohn? So können sie (oder Ihr vor Ort) einige Portionen einfrieren und niemand muss sich ums “Essen kochen” kümmern.
  • Fragt, wann der kleinen Familie ein Besuch passt.
  • Räumt hinter Euch her und hinterlasst möglichst wenig Spuren Eures Besuchs.
  • Bietet Hilfe an. Das kann vom Aufräumen, Kochen, Einkaufen, mal schnell die Wäsche zusammenlegen bis zum Rasenmähen alles sein. Manchmal ist es vielleicht auch das Aufpassen auf die Kleinen, wenn Mama oder Papa mal schnell unter die Dusche springen. Oder  es ist eine kleine Spazierfahrt mit dem Kleinen, damit Mama und Papa wenigstens ein kurzes Nickerchen machen können.
  • Bleibt positiv, macht Komplimente, ermuntert und gebt Sicherheit, dass alle Dinge gut laufen.
  • Hört zu und stellt interessierte Fragen. Der Kosmos außerhalb der 4 Wände und des Babys ist gerade uninteressant.

Dont’s

  • Steht nicht unangekündigt vor der Tür.
  • Lasst Euch nicht bedienen.
  • Stürzt Euch nicht auf das Kind und reißt es in Eure Arme – wartet lieber, bis Ihr gefragt werdet oder fragt vorsichtig.
  • Knutscht das Baby nicht direkt ab – auch wenn es schwerfällt. (Verschiebt das lieber auf Zeiten in denen Ihr mit dem Igelchen allein seid ;-))
  • Gebt keine ungefragten und in der Regel ungewollten und unnötigen Ratschläge.
  • Verschiebt den Besuch, solltet Ihr in irgendeiner Form kränkeln.
  • Und – dehnt den Besuch nicht endlos aus. Achtet auf die Signale der Eltern und entwickelt kein Sitzfleisch.

Viele der Dinge sollten eigentlich selbstverständlich sein, sind es aber anscheinend nicht.

Ich bin sicher man könnte die Liste noch ergänzen oder aber Eure “Erfahrungsliste” sieht gleich ganz anders aus. Habt Ihr dazu Erfahrungen im Austausch mit Euren Töchtern oder Söhnen? Wie ist der erste Babybesuch dort abgelaufen?

Ich bin gespannt und wünsche Euch einen wunderbaren Sonntag.

Herzliches

Susanne Niermann Women2Style

6 Replies to “Der erste Babybesuch – Hätt ich Dich heut’ erwartet, hätt ich Kuchen da…”

  1. Nicole says: 8. September 2019 at 12:43

    Liebe Susanne,
    du schreibst mir nicht nur aus dem Herzen, ich erkenne mich darin wieder und musste auch erst lernen, dass meine Tochter jetzt selbst Mama ist und selbst entscheidet ob sie kalte Füße hat ;-)
    Ich war gestern bei ihr und habe auf meinen Enkelsohn (2 1/2) aufgepasst. „Einhüten“ heißt das bei uns, damit die Eltern abends mal alleine unterwegs sein und die Zweisamkeit genießen können. Natürlich genieße ich es dann sehr, dass ich mit meinem Enkel alleine bin und ihn nach Herzenslust knutschen kann. So hatten wir alle einen wunderschönen Abend!
    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Susanne Niermann says: 8. September 2019 at 13:47

      Hallo liebe Nicole,
      ich danke Dir herzlich für Deinen lieben Kommentar! So schön zu wissen, dass man mit seinen “Müttermacken” :-) nicht allein ist. Und auf die Zeit, in der ich den Kleinen dann mal so ganz für mich habe, damit die Beiden ein bisschen Paarzeit geniessen können, freue ich mich schon riesig.Ein bisschen wird das ja leider noch dauern. Jetzt hab ich den Kleinen auch schon fast 3 Wochen nicht mehr gesehen – viel zu lange – und freu mich jetzt, dass sie nächste Woche zusammen herkommen.
      Ganz liebe Grüße und einen schönen Sonntag
      Susanne

  2. Pet says: 8. September 2019 at 14:57

    Liebe Susanne, toller Beitrag. Sensibilität haben leider nicht mehr alle Menschen für Situationen. Egal, ob mit einem frisch geboren Baby oder in anderen besonderen Lebens ständen. Ich finde deine Granny Beiträge wunderbar. Liebe Grüße aus dem Norden in das schöne Münster Pet

    1. Susanne Niermann says: 8. September 2019 at 18:20

      Danke schön liebe Pet! Das freut mich riesig und ja, Sensibilität ist natürlich ein generelles Thema. Da darf es an der ein oder anderen Stelle echt mal etwas Nachhilfe geben…
      Hab einen schönen Abend
      Liebe Grüße
      Susanne

  3. Jana says: 9. September 2019 at 13:25

    Hallo Susanne,
    ersteinmal Gratulation zur Oma.
    Ich bin noch keine Oma, aber vor einem halben Jahr Tante geworden und da kann ich schon mal für`s Omasein üben.
    Ich habe mich (aber vor allem auch meine Mutter (“alte” Generation) vorab bei meiner Schwägerin entschuldigt, für die Ratschläge die wir geben werden. Sie seien nur gut gemeint. ;-) Während ich schnell kapiert habe, dass der Hase heute anders läuft, bei der “Aufzucht” des Nachwuchses, als noch vor 20 Jahren und mich mit dem zum Teil fragwürdigen Methoden (meine persönliche Meinung!) abgefunden habe, fällt das meiner Mutter ungemein schwer. Ich finde es sehr schwer manche Dinge nicht zu kommentieren, aber ich bin lernwillig und hoffe, dass es mir bei meinen Kindern später leichter fallen wird, als momentan als Tante. Zum Glück ist meinen Schwägerin sehr entspannt und nimmt den ein oder anderen Ratschlag, der doch noch rausrutscht nicht krumm. (zumindest lässt sie es einen nicht spüren ;-)) Und schön ist ja auch, dass unsere Kinder, hoffentlich auch mal Mutter/Oma/Vater/Opa werden und dann unser Verhalten hoffentlich nachvollziehen können, wie das übrigens bei vielen Dingen so ist. Oft sage ich zu meinen Kindern, ….das wirst Du erst verstehen, webnn Du selber Kidner hast…. ;-)
    Dir eine schöne Oma-Zeit!
    Lieben Gruss Jana

    1. Susanne Niermann says: 10. September 2019 at 16:45

      Liebe Jana,
      ganz lieben Dank für Deinen schönen Kommentar…
      Ja, ob Mama, Tante oder Omi, eine neue Rolle will erst mal ausgefüllt und “erlernt” werden. Ich kann mich erinnern, dass ich den Satz :”Du wirst es verstehen, wenn Du selber Kinder hast” auch häufig mal von mir gegeben habe. Und so ist es ja auch, erst wenn man in einer vergleichbaren Situation steckt, kann man wirklich nachempfinden :-).
      Ich danke Dir von Herzen für Deine lieben Wünsche und wünsche Dir eine tolle Tantenzeit.
      Liebe Grüße
      Susanne

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